Methodenwerkstatt 2018

Dank engagierter Kolleginnen und Kollegen war es uns auch in diesem Jahr möglich, sehr interessante Workshops anbieten zu können. Herzlichen Dank an alle Referent*nnen für das großartige Geschenk, uns diese wertvollen Impulse und die professionelle Arbeit ehrenamtlich anzubieten! Neugierig geworden?

Teilnehmer*innen berichten:

MITMACHEN! So lud der Workshop der Gründerin und Macherin des Köln-Kalker Integrationshauses zu ihrem Workshop ein. Wenn es interkulturell wird, braucht es keine neuen Methoden. Es braucht den vitalen Willen, sich einzulassen und oft Altbekanntes kreativ auf die etwas anderen Kommunikationsbedürfnisse anzupassen.

Elizaveta Khan hat uns in ihrer unvergleichlichen Art auf eine turbulente Reise durch ihre Gruppenpraxis mitgenommen und begeistert. Ob es um Übungen zur Unterstützung des Sprachelernens geht oder um eine Übung, in der die TN sich mit dem Hintergrund ihrer Namen beschäftigen – das Interesse an und die Liebe zu den Menschen stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Dabei spielt die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, eine ganz wesentliche Rolle.

Wer Lust auf konkrete Beispiele aus dieser Arbeit im Interkulturellen Zentrum in Köln hat, mag sich gern auf der Website des Integrationshauses umsehen:
https://www.youtube.com/user/Integrationshaus/videos
https://www.facebook.com/inhaus.org/
Und die Podcast zu ver schiedenen Ideen hier:  https://inhausradio.de/

Klaus -Martin Ellerbrock

Systemische Interventionsquickies

Ich hatte die große Freude, an dem workshop von Melanie Kugelmeier und Simone Holzapfel teilnehmen zu dürfen.
Wir haben begonnen mit einer Gruppenaufgabe, die schweigend durchgeführt wurde:
Jedes Gruppenmitglied sollte sich zwei Personen der Gruppe aussuchen, zu denen sie sich im Verhältnis eines gleichschenkligen Dreiecks positionieren sollte. Da die ausgesuchten Personen nicht wussten, dass sie ausgesucht wurden und von wem, und selbst auch jeweils zwei Personen im Blick hatten, war zu Beginn sehr viel Bewegung und gefühltes Durcheinander zu spüren. Erstaunlicherweise beruhigte sich dies schon nach kurzer Zeit und jeder in der Gruppe hatte einen Platz gefunden, von dem aus er mit seinen Zielpersonen in einem gleichschenkligen Dreieck stand.

Sehr interessant, welche Dynamik es in Gruppen gibt und wie Gruppen durch fokussierte Bezüge zur Ruhe kommen.
Danach brachte eine Teilnehmerin ein Thema ein, zu dem sie beraten werden wollte, das aber nicht veröffentlicht wurde.
Das Thema wurde außerhalb der Gruppe mit einer der Workshopleiterinnen besprochen, die andere gab der Gruppe wichtige Infos zu systemischen Aufstellungen.
Vor allem die Haltung des Beraters ist wichtig: Zurückhaltung im Inhalt, Vertrauen auf die Ressourcen des zu Beratenden!
Die Gruppe wurde genutzt, um die an der Situation beteiligten Personen aufzustellen. Es wurden nur die Gefühle und Impulse abgefragt, keine Interpretationen oder Phantasien über die Szene. So konnten in kurzer Zeit neue Handlungsimpulse gewonnen werden, ohne das Thema offen zu machen.

Eine weitere Übung wurde in Kleingruppen durchgeführt. Thema: Darstellung einer Szene mit einer Person, mit der man Schwierigkeiten hat oder wo man nicht weiter weiß. Die „problematische“ Person wird gestellt in einer Position und der zu Beratende versucht, seine Position dazu aktiv zu finden. Ein dritter leitet durch den Prozess. Durch Rückmeldungen der in Szene gesetzten Person war eindrücklich, wie schnell deutlich wurde, was das Thema ist und wie man seine Position/Haltung finden kann.
Ein abschließender sehr effektvoller Interventionsquickie war die Reflexion eines Projektes/ beruflichen Themas mit Hilfe der Reliefmethode: Man faltet und zerknüddelt einen Flipchartbogen. Diesen nutzt man dann mit seinen „Höhen und Tiefen“ als Grundlage, den bisherigen Weg und den weiteren Weg des ausgesuchten Projektes/Themas einzuzeichnen. Am Wegesrand zeichnet man die Ressourcen und Quellen ein, die bisher hilfreich waren und einen begleitet haben.
Den Weg eines Projektes so bildlich vor sich zu sehen und direkt Assoziationen in die Zukunft zu haben stellte sich als inspirierender Ausgangspunkt für Rückblick und Vorausschau dar.
Vielen Dank für viele lebendige systemische „Quickies“ in der Beratung!!!

Andrea Schotten

 

Die Geschichte aus dem Workshop „Digital Storytelling. Einblick in die Methode und Anwendung“ mit StoryAtelier
Es beginnt mit dem, was wir alltäglich tun: Wir erzählen Geschichten. Meine Geschichte heute ist die, vom Storytelling Workshop mit Melina Garibyan. Melina ist die Heldin meiner Geschichte und der rote Faden ist meine Erkenntnis, dass wir alle Helden sind und unsere Geschichten in handliche, verstehbare, aufregende und berührende Worte und Bilder packen können. Die Methode des Storytelling führt uns zu den großen wie kleinen Heldengeschichten unseres Lebens. Sie fragt prägnant, nutzt die Gruppe als Feedbackraum und hilft uns, auf den Punkt zu bringen, was wir zu sagen haben. Melina hat sich dabei „in die Herzen der Teilnehmer*innen referiert“, wie ein lieber Freund und Kollege von mir sagte. Authentisch, humorvoll und begeistert. Das steckt an. So sehr, dass wir schon über 20 Leute haben, die ihre Heldengeschichten im Rahmen eines Intensivworkshops entdecken, erarbeiten und präsentieren wollen. Ein dickes Dankeschön an Melina, die sich in eine neue Gruppe begeben und darauf eingelassen hat. Am Ende steht „Fortsetzung folgt“.
http://storyatelier.org/

Melanie Kugelmeier

 

Workshop Portraitieren

Ich kann nicht malen – also, bin auch ich willkommen. Ich frage mich, wie wir wohl Portraits malen, wenn wir das gar nicht können (müssen), spricht die Leistungsorientierte…
Hilde hat den Raum vorbereitet. Tische stehen im Kreis und die Leinwände sind vorbereitet. Wir stellen uns um die Tische und beginnen zunächst für 2 Minuten, die gegenüber befindliche Person mit Acrylfarbe und recht dicken Pinseln zu portraitieren. Dann wechseln wir immer wieder nach einem von Hilda vorgegebenen Schema, so dass nach einiger Zeit jede/r an jedem Bild gemalt hat. Erst orientiere ich mich streng an der optischen Wahrnehmung des jeweiligen Gegenübers. Die Gruppenteilnehmer/innen arbeiten konzentriert und wir sprechen nicht mit einander. Das ändert sich erst, als Hilda uns ausdrücklich die „Erlaubnis“ gibt. Im Gespräch erfahren wir mehr übereinander, und lassen unsere Informationen in die Portraits einfließen. Zum Schluss erhält wirklich jede/r ein Portrait von sich – und – jede/r ist deutlich erkennbar. In der Reflektion fällt auf, dass wir sehr rücksichtsvoll miteinander und dem von anderen gemalten umgegangen sind. Und – der Stil der Bilder ist auffallend ähnlich. Wir haben uns wohl malend als Gruppe aufeinander eingeschwungen. Hilda erzählt uns, dass man anhand von Bildern aus unterschiedlichen Gruppen sogar identifizieren kann, aus welcher Gruppe sie stammen.
Faszinierend! – Ein entspannter Workshop, der deutlich macht, was in einer Gruppe passiert oder passieren kann und Lust macht, mal wieder etwas Neues in Gruppen auszuprobieren.

Isabel Gehm

Wie funktioniert soziale Gruppenarbeit mit Tätern häuslicher Gewalt? Wie können Täter beraten werden? Darum ging es im Workshop von Volker Weichert Er hat aus seinem Arbeitsalltag berichtet, seine Erfahrungen und theoretische Inputs mit den Teilnehmern geteilt. Es war schön ein weiteres Mal festzustellen, dass Social Groupwork im Grunde keine Grenzen kennt und sich auch „harte Männer“ in einen solchen Setting öffnen, miteinander ins Gespräch kommen und lernen können. Es war ein toller Input, die Diskussion war angeregt und der Austausch wertvoll. Vielen Dank!

Marie Gurr

Workshop: Wir kennen das Problem, bewundern aber die Lösung(en) – Systemische Aufstellung
Ganz nach dem Zitat von Hans Dieter Hüsch- „Niederrheiner wissen nichts, können aber alles erklären“.
In den Beratungen und Schulungen von Führungskräften, sowie in der Gruppensupervision wende ich gerne systemische Aufstellungen an. Insbesondere diese, wo der „Klient“ das Problem nicht schildert, jedoch eine Aufstellung vollzieht, in dem er das soziale System, mit den vorhandenen Gegenständen im Raum, darstellt. Die anderen Teilnehmer beobachten und nehmen wahr. In den gebildeten Kleingruppen formulieren die Teilnehmer „Geschichten, Märchen, Krimis, Gedicht, Lied, unter Berücksichtigung ihrer Beobachtungen und Wahrnehmungen. Anschließend stellen die Kleingruppen ihre kreativ in der Runde dar. Der „Klient“ erhält so neue Sichtweisen, kann diese Preis geben oder formuliert evtl. Veränderungen. „Das Problem kennt nur der Klient“

Thomas Jansen